Kennen sie Sneijder?

Maarten S. Sneijder?

Ich bis gestern auch nicht.

Maarten S. Sneijder ist der Protagonist der Bücher Todesfrist, Todesurteil, Todesmärchen und Todesreigen von Andreas Gruber. Eine Thriller-Reihe, deren erster Band 2013 erschien.
Das sind viele Bücher. Und sie müssen gut sein, denn die Bewertungen auf Amazon sind in Anzahl und Benotung in der Tat recht beeindruckend.
An mir ist Maarten S. Sneijder bislang tatsächlich unbemerkt vorbei gegangen. Obwohl er wahrscheinlich einer der bekanntesten Clusterkopfschmerzpatienten im deutschen Sprachraum ist.
Nun gut … er ist eine fiktive Person und es gibt kaum andere. Ehrlich gesagt fällt mir außer Bjarne Mädel tatsächlich niemand mehr ein. Von einem Namen abgesehen, den aber wohl die meisten schon wieder vergessen haben.
Nichtsdestotrotz haben durch diese Bücher wahrscheinlich mehr Menschen den Begriff Clusterkopfschmerz vernommen, als durch irgendeine etwas medizinischere Publikation.

Ich weiss bislang nicht, wie umfassend die Erkrankung im Buch beschrieben wird, da ich (noch) keines davon gelesen habe. Was jedoch schon im Klappentext und anderen Promotiontexten um die Bücher – wie fiktive Interviews mit dem Protagonisten – klar wird, ist: Er verwendet ziemlich alternative Empfehlungen, die in seriösen Kreisen niemand empfiehlt, denen aber ein unerschütterlicher Mythos innewohnt. Egal wie oft ihre Unwirksamkeit belegt wird, es regt sich immer einer der das Gegenteil behauptet.

Somit stellt sich die Frage: Ist ein an Clusterkopfschmerz erkrankter Protagonist in einem Bestseller gut für die Bekanntheit der Krankheit? Oder eher ein Fluch, weil sich damit falsche Bilder in den Köpfen der Leser festsetzen?
Ich erwarte nicht, das die Leser in der Breite Fiktion und Realität souverän trennen können. Die Autisten müssen auch immer erklären, das Rainman nicht der typische Autist ist.

Für den Moment bin ich mir nicht sicher. Ich werde für ein faires Urteil mindestens eines der Bücher lesen müssen. Meine Vorfreude hält sich jedoch in Grenzen, muss ich gestehen.

Maarten S. Sneijder ist im übrigen erst die zweite literarische Person die mit einem primären Kopfschmerz dargestellt wird. Die andere Figur ist ebenfalls Ermittler, wurde von ihrem Erfinder Joel Campbell getauft und jagt in dem Film The Watcher einen Serienkiller. Der hat allerdings Migräne, verwendet jedoch die auch da Leitliniengerechten subkutanen Sumatriptan-Injektionen. Bekannt als Imigran-Spritzen.

Möglicherweise sind wir als Betroffene aber auch (etwas) übersensibel und der Durchschnittsleser nimmt es kaum wahr. Oder zumindest bei weitem nicht so deutlich wie wir. Ich habe mir auf Youtube so einige Rezensionen zu den Büchern angeschaut und die Kopfschmerzthematik wurde dort höchstens am Rande erwähnt.

Was das überhaupt für eine Buchreihe ist könnt ihr beim Verlag nachlesen:
https://www.randomhouse.de/Der-Profiler-Maarten-S-Sneijder-interviewt-von-Beate-Maxian/aid69395.rhd
https://www.randomhouse.de/Andreas-Gruber-ueber-seine-Romanfigur-Maarten-S-Sneijder/aid69923.rhd
https://www.randomhouse.de/Romanfigur-Maarten-S-Sneijder-im-Interview-Goldmann-Verlag/aid55413.rhd

Und hier mal drei Rezensionen:
https://youtu.be/VHBveXLx9LI
https://youtu.be/6kZfQwbEe-U
https://youtu.be/vll-4Y2qAUA

Rafael Verfasst von:

Radfahrer, Bestsellerautor, Blogger und Yogi. Aber auch Besserwisser, Klugscheisser, Korinthenkacker, Haarspalter und Goldwaagenbesitzer. Darüber hinaus noch diplomierter Lippemüllsammler und auch sonst eher Idealist.

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