Botox ins SPG

Wenne mich so fragst – Noch ne Therapie macht das jetzt auch nicht einfacher.

Aber das ist ja noch gar keine, sondern nur eine Studie mit gerade 10 Patienten, die von Ende 2013 bis Mitte 2014 in Norwegen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden gerade in der aktuellen Ausgabe der Cephalagia veröffentlicht.
http://cep.sagepub.com/content/36/6/503.long

Es geht um eine Blockade des Ganglion sphenopalatinum (SPG) mit einer Injektion von Botulinumtoxin A, im Volksmund als Botox bekannt.
Der Ansatz ist eigentlich simpel. Das Ganglion sphenopalatinum (SPG) ist ein hinter der Nasenwurzel tief im Gesicht befindlicher Nervenknoten, der zum autonomen Nervensystem gehört und dem eine zentrale Rolle in der Schmerzweiterleitung beim Clusterkopfschmerz zugeschrieben wird. Botulinumtoxin A ist ein Gift, mit dem man diesen Nervenknoten lahmlegen will. Mehr oder weniger analog zu dem unter dem Namen „Pulsante“ vermarkteten Stimulation des SPG per Implantat (http://www.ati-spg.com/europe/de/). Die Durchführung ist dann schon nicht mehr so trivial, denn um die richtige Stelle zu finden ist eine Lokalisierung per CT und MRT notwendig. Dazu finden sich in dem Artikel zu der Beschreibung der Durchführung die Worte „general anaesthesia“. Die Injektion wird also unter Vollnarkose vorgenommen.
Das Ergebnis macht so viel Hoffnung wie andere und ist auch ebenso erschreckend. Erschreckend bis skandalös finde ich die Tatsache, das bei 10 Patienten von dreien die Daten nicht ausgewertet werden konnten, da diese keine entsprechenden zurückmeldeten. Was stimmt mit diesen Menschen nicht? Bei den verbleibenden 7 haben einige eine signifikante Besserung erfahren, mache davon sogar über einen eigentlich zu langen Zeitraum.
Für den Clusterkopfschmerz gibt es leider und Gott sei Dank eine Vielzahl von unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten, was für die Ärzte, aber auch den Betroffenen eine echte Herausforderung darstellt. Denn derzeit kann niemand vorhersagen, welche Option die für den jeweiligen Patienten die richtige/beste/wirksamste ist. Das kann bedeuten, das man mitunter Jahre nach der bestmöglichen Therapie sucht.

Rafael Verfasst von:

Radfahrer, Bestsellerautor, Blogger und Yogi. Aber auch Besserwisser, Klugscheisser, Korinthenkacker, Haarspalter und Goldwaagenbesitzer. Darüber hinaus noch diplomierter Lippemüllsammler und auch sonst eher Idealist.

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