Was ist passiert?

Und wie geht es weiter?

Vor nunmehr rund 15 Jahren trat ein Kopfschmerz in mein Leben, wie ich ihn bis dahin nicht kannte. Intensiv und Erbarmungslos war dieser nicht mit ein paar Tabletten zu besänftigen. Er brachte mein Leben zum entgleisen und es sollte gut fünf Jahre dauern, bis ich eine Diagnose bekam und dieser alles verändernde Schmerz einen Namen bekam: Clusterkopfschmerz.
Doofer Name – Doofe Krankheit.
Lässt sich aber weder wegdenken noch wegpusten, also musste ich mich damit auseinandersetzen.
Da ich mich trotz Diagnose und einer Tasche voll mit Medikamenten trotzdem nirgends wirklich gut aufgehoben gefühlt habe, und vor allem nirgends wirklich verstanden fühlte, keimte 2009 in meinem Kopf die Idee zu einem Buch.
Wenn mir niemand zuhört, dann schreie ich eben alle an. Das kann ich als Durchschnittsbürger am besten mit einem Buch.
So weit die Theorie.
Zum Glück kam es etwas anders. „Schmerz frisst Seele“ wurde mehr als alle anzuschreien.
Denn tatsächlich wurde mit dieser Idee alles besser. Nicht auf Knopfdruck, das keinesfalls. Aber eine Idee war nun auch ein Ziel. Und auf dem Weg zu diesem Ziel sind dann tatsächlich Dinge passiert, die wohl die Bezeichnung „positive Wendung“ verdienen. Geheilt bin ich nicht. Das war auch nicht zu erwarten. Obwohl unverständlicherweise immer noch viele davon träumen. Ich habe weiterhin Kopfschmerzen, aber ich gehe inzwischen ganz anders damit um.
Nun gibt es Dinge, die passieren erst nachdem man ein Buch geschrieben hat. Sie entwickeln sich einfach weiter. Und es gibt Dinge, die bemerkt man tatsächlich erst danach.
Eines dieser Dinge ist, das es mir ganz einfach gut getan hat zu schreiben. „Schreiben heißt, sich selber lesen“ ist ein Zitat von Max Frisch und es findet sich nicht umsonst auch in dem Buch wieder. Zu schreiben, bedeutet die eigenen Gedanken zu sortieren und zu reflektieren. Das hilft im Umgang mit schwierigen Begebenheiten.
Clusterkopfschmerz ist eine solche schwierige Begebenheit.
Ich weiss nicht ob es für jeden hilfreich ist. Für mich ist es das. Daher habe ich beschlossen weiter zu schreiben. Das Buch in einem Blog fortzuführen.
An diesem Ort möchte ich wieder längere Gedanken pflegen, für die bei Facebook & Co nicht der richtige Raum ist. Ich bin sehr gespannt, ob aus dem (hoffentlich) gepflegten Gedanken auch fruchtbare Dialoge entstehen. In dieser Richtung ist es auch ein Experiment.

Rafael Verfasst von:

Radfahrer, Bestsellerautor, Blogger und Yogi. Aber auch Besserwisser, Klugscheisser, Korinthenkacker, Haarspalter und Goldwaagenbesitzer. Darüber hinaus noch diplomierter Lippemüllsammler und auch sonst eher Idealist.

2 Comments

  1. 16. April 2015
    Reply

    Ach Rafael…

    Ich freue mich, dich hier zu finden, in der Schreiberzunft. Klar, dein Buch ist „echt knorke“, wie wir vor laaaaaaaaanger Zeit zu sagen pflegten. Doch damit ist es nicht getan, wie du nun selbst feststellst.
    Schreiben befreit ungemein und die ehrliche Selbstreflektion im Umgang mit „Clusti“ und all seinen Unwägbarkeiten, die sich einfach nicht immer vermeiden lassen, ist auch nötig. Schon allein um vielleicht doch hin und wieder einen anderen Weg zu beschreiten, oder doch wenigstens die Seele ein wenig zu „streicheln“. Heilung erwarte ich mir auch nicht davon; soviel ist klar. Doch ich schreibe manchmal „bis der Arzt kommt“ und es tut mir einfach gut, auch wenn ich nicht alles veröffentliche ;-) .

    Wir lesen uns! Und ich freue mich darauf.

    Ganz herzliche Grüße,
    cara

    • 16. April 2015
      Reply

      Danke für deine freundlichen Worte, Cara.

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